BREAK-EVEN-MER · NACH DB-MARGE PLAYBOOK 32 4,003,332,862,502,00 25 %30 %35 %40 %50 % DECKUNGSBEITRAGSMARGE VOR WERBUNG DIE EINZIGE FORMEL, DIE ZAEHLT 1 ÷ DB-MARGE DARUEBER: DU VERDIENST DARUNTER: DU KAUFST UMSATZ BRANCHENSCHNITTE HELFEN NICHT SITE EFFECT · PLAYBOOKS LIVE
Playbook 32 · Steuerung & Kennzahlen

MER statt ROAS: die Kennzahl, die den ganzen Shop misst

Der ROAS misst eine Kampagne und glaubt der Plattform, die ihn ausrechnet. Der MER misst das Geschäft und muss niemandem glauben. Der Unterschied ist nicht akademisch: Er entscheidet, ob Du die nächste Budgetstufe zündest oder abschaltest.

Kurz beantwortet

MER (Marketing Efficiency Ratio) = Gesamtumsatz ÷ gesamte Werbeausgaben, über alle Kanäle. Der für Dich gültige Zielwert ist nicht der Branchenschnitt, sondern Dein Break-even-MER = 1 ÷ Deckungsbeitragsmarge vor Werbung. Bei 42 Prozent Marge liegt er bei 2,38. Darüber verdienst Du Geld, darunter kaufst Du Umsatz.

Warum der ROAS die falsche Frage beantwortet

Der ROAS einer Plattform beantwortet die Frage: Was hat diese Plattform sich selbst zugeschrieben? Das ist eine Auskunft der Partei, die auch die Rechnung stellt. Sobald mehrere Kanäle laufen, schreiben sich mehrere Kanäle dieselben Bestellungen gut. Die Summe aller Plattform-ROAS kann glänzen, während auf dem Konto weniger ankommt als im Vormonat.

Der MER hat dieses Problem nicht, weil er keine Zuordnung braucht. Im Zähler steht der gesamte Umsatz, im Nenner die gesamten Werbeausgaben. Beides sind Zahlen, die Du selbst besitzt. Der MER wird deshalb gelegentlich auch Blended ROAS oder eROAS genannt.

FrageROASMER
Was wird gemesseneine Kampagne oder Plattformdas ganze Geschäft
Quelle der Zahlendie Plattform selbstDeine Buchhaltung
Abhängig von Zuordnungjanein
Doppelzählung möglichjanein
Taugt für Budgetentscheidungeneingeschränktja

Das heißt nicht, dass der ROAS wertlos ist. Er bleibt nützlich, um zwei Anzeigen innerhalb derselben Plattform zu vergleichen. Für die Frage, ob das Unternehmen verdient, ist er ungeeignet. Warum das kein Detail, sondern ein Systemfehler ist, steht im Playbook zum Deckungsbeitrag statt ROAS.

Dein Break-even-MER, in einer Zeile

Fast jeder Artikel zu diesem Thema nennt Zielwerte. Verbreitet ist ein Korridor von 3,0 bis 5,0 als gesund. Gleichzeitig zeigen dieselben Erhebungen, dass Marken zwischen einer und fünf Millionen Umsatz häufig bei 1,5 bis 2,5 liegen und beim Erstkauf sogar draufzahlen. Beides steht nebeneinander und beides hilft Dir nicht, weil keine der Zahlen Deine Kostenstruktur kennt.

Die einzige Zahl, die für Dich gilt, ist der Punkt, an dem der Deckungsbeitrag die Werbeausgaben genau deckt:

Deckungsbeitragsmarge vor WerbungRechnungBreak-even-MER
25 %1 ÷ 0,254,00
30 %1 ÷ 0,303,33
35 %1 ÷ 0,352,86
40 %1 ÷ 0,402,50
42 %1 ÷ 0,422,38
50 %1 ÷ 0,502,00

Daraus folgt etwas Unbequemes. Ein Shop mit 25 Prozent Deckungsbeitragsmarge braucht einen MER von 4,0, um überhaupt bei null zu landen. Der viel zitierte gesunde Korridor von 3,0 bis 5,0 wäre für ihn zur Hälfte defizitär. Wer diese Marge hat, hat kein Werbeproblem, sondern ein Kalkulationsproblem. Wo die Marge tatsächlich herkommt, steht im Playbook zur Deckungsbeitragsrechnung.

Der Rechenweg, an dem es kippt

Ein Shop mit 42 Prozent Deckungsbeitragsmarge vor Werbung. Break-even-MER also 2,38.

PositionMonat 1Monat 2
Nettoumsatz400.000 €520.000 €
Werbeausgaben gesamt100.000 €160.000 €
MER4,003,25
Deckungsbeitrag vor Werbung168.000 €218.400 €
Deckungsbeitrag nach Werbung68.000 €58.400 €

Der Umsatz steigt um 30 Prozent. Der MER liegt mit 3,25 immer noch deutlich über dem Break-even von 2,38. Nach jeder gängigen Lesart ist das ein guter Monat. Und trotzdem bleiben 9.600 Euro weniger übrig als vorher.

Der Grenz-MER

Der Durchschnitts-MER verschweigt, was die letzte Budgetstufe gekostet hat. Rechne stattdessen: zusätzlicher Umsatz ÷ zusätzliche Werbeausgaben. Hier: 120.000 ÷ 60.000 = 2,00. Das liegt unter dem Break-even von 2,38. Die letzten 60.000 Euro Budget haben Geld verbrannt, während die Gesamtzahl weiter gesund aussah.

Das ist der ganze Punkt dieses Playbooks. Der Durchschnitts-MER wird von bestehenden Kampagnen, Bestandskunden und organischem Umsatz nach oben getragen. Er sagt Dir, wie es dem Unternehmen geht. Er sagt Dir nicht, ob die nächste Erhöhung sich lohnt. Dafür brauchst Du die Grenzbetrachtung, und die brauchst Du in jedem Monat neu.

Wie Du MER sauber misst

Wie wir das lösen

In SITE FX steht der MER nicht allein, sondern direkt neben der Deckungsbeitragsmarge und dem daraus errechneten Break-even. Die Schwelle ist damit keine Zahl aus einem Artikel, sondern eine Linie im eigenen Bild. Daneben läuft der Grenz-MER der letzten Budgetänderung mit. Fällt die letzte Erhöhung unter die Linie, sieht man das in derselben Woche und nicht im Jahresabschluss.

Häufige Fragen

Was ist MER und wie wird es berechnet?

MER steht für Marketing Efficiency Ratio. Die Formel lautet: MER gleich Gesamtumsatz geteilt durch gesamte Werbeausgaben, über alle Kanäle und den gesamten Zeitraum. Bei 400.000 Euro Umsatz und 100.000 Euro Werbeausgaben im Monat beträgt der MER 4,0. Anders als der ROAS bezieht MER den gesamten Umsatz ein, also auch Bestellungen aus E-Mail, Direkteinstiegen und organischer Suche, und die gesamten Werbeausgaben statt der Zahlen einer einzelnen Plattform.

Was ist der Unterschied zwischen MER und ROAS?

ROAS misst eine Kampagne oder eine Plattform und stützt sich auf die Zuordnung dieser Plattform. MER misst das gesamte Geschäft und braucht keine Zuordnung, weil im Zähler der Gesamtumsatz und im Nenner die Gesamtausgaben stehen. Deshalb kann die Summe aller Plattform-ROAS hoch aussehen, während der MER fällt: Mehrere Kanäle schreiben sich dieselben Bestellungen gut. MER wird gelegentlich auch Blended ROAS oder eROAS genannt.

Was ist ein guter MER?

Es gibt keinen allgemeingültigen Zielwert. Branchenquellen nennen einen gesunden Korridor von etwa 3,0 bis 5,0, gleichzeitig laufen Marken zwischen einer und fünf Millionen Umsatz häufig bei 1,5 bis 2,5. Beide Angaben sind wertlos, solange der eigene Break-even-MER nicht bekannt ist. Der berechnet sich als 1 geteilt durch die Deckungsbeitragsmarge vor Werbung. Bei 42 Prozent Deckungsbeitragsmarge liegt der Break-even-MER bei 2,38. Darüber verdienst Du Geld, darunter nicht.

Was ist der Grenz-MER?

Der Grenz-MER misst nicht das gesamte Budget, sondern nur die letzte Erhöhung: zusätzlicher Umsatz geteilt durch zusätzliche Werbeausgaben. Er ist die eigentliche Entscheidungsgröße, weil der Durchschnitts-MER durch bestehende Kampagnen und organischen Umsatz nach oben verzerrt wird. Ein Shop kann einen Durchschnitts-MER von 3,25 über dem Break-even von 2,38 haben und trotzdem Geld verlieren, wenn die letzte Budgetstufe nur einen Grenz-MER von 2,0 erreicht hat.

M
Max Heckelmann
Co-Founder & CEO · SITE EFFECT

Verantwortet Performance und Funnel bei SITE EFFECT. Rechnet jede Entscheidung gegen den Deckungsbeitrag, nicht gegen den Plattformbericht.

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Quellen & Datenbasis

Formel, Abgrenzung zum ROAS und Bezeichnung als Blended ROAS: Shopify und Northbeam · Break-even-MER als Kehrwert der Deckungsbeitragsmarge sowie Zielkorridore und Werte nach Unternehmensgröße: Eightx · MER als Führungskennzahl: AdBeacon · Berechnungsgrundlagen und Rechenbeispiele: Bloom Analytics. Die Zielkorridore der Quellen widersprechen sich teilweise, was wir im Text bewusst stehen lassen. Der Modellshop im Rechenweg ist eine Annahme und kein Kundenkonto.