Tool, Agentur oder System: der Kostenvergleich über zwölf Monate
Die drei Wege werden meistens über den Monatspreis verglichen, und das ist der Grund, warum der Vergleich nie stimmt. Sie enthalten unterschiedlich viel. Hier ist die Rechnung, die zuerst den Umfang angleicht und dann rechnet, inklusive der Posten, die auf keiner Rechnung stehen.
Für eine Brand zwischen zwei und zehn Millionen Euro Jahresumsatz kostet ein Agentur-Stack rund 113.000 Euro im Jahr, von denen nur 90.000 auf einer Rechnung stehen. Ein Tool allein liegt bei rund 14.900 Euro, enthält aber keine Umsetzung. Mit einer eigenen Stelle ergänzt sind es rund 90.000 Euro. Ein Betriebssystem liegt bei rund 58.800 Euro.
- Die Differenz zwischen 90.000 und 113.000 Euro ist interne Koordination: fünf bis zehn Stunden pro Woche, die niemand in Rechnung stellt.
- Ein Tool misst und handelt nicht. Der Vergleich wird erst fair, wenn man die Umsetzung dazurechnet.
- Die entscheidende Zahl ist am Ende nicht der Preis, sondern die Anzahl der Verantwortlichen für das Gesamtergebnis.
- Unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz gewinnt fast immer die günstigste Variante, weil die Koordinationslast noch klein ist.
Weg 1: nur ein Werkzeug
| Position | Rechnung | Je Jahr |
|---|---|---|
| Lizenz, mittlere Stufe | rund 200 € × 12 | 2.400 € |
| Auswertung und Pflege intern | 4 Std. je Woche × 60 € | 12.480 € |
| Summe | 14.880 € | |
| Enthaltene Umsetzung | keine |
Das ist mit Abstand der günstigste Weg und für viele Shops der richtige. Er beantwortet die Frage "Was verdiene ich woran?" und keine einzige darüber hinaus. Welche Werkzeuge es gibt und was sie unterscheidet, steht im Playbook zu den Deckungsbeitrag-Tools.
Weg 2: Werkzeug plus eigene Stelle
Damit der Vergleich fair wird, muss jemand mit der Zahl auch arbeiten. Eine Generalistenstelle im E-Commerce liegt bei etwa 60.000 Euro Bruttogehalt, was mit Arbeitgeberanteilen rund 75.000 Euro Vollkosten entspricht.
| Position | Je Jahr |
|---|---|
| Werkzeug und Auswertung | 14.880 € |
| Eine Stelle, Vollkosten | rund 75.000 € |
| Summe | rund 90.000 € |
Der Haken steckt nicht im Preis, sondern in der Abdeckung. Eine Person deckt Anzeigen, Shop, SEO, E-Mail und Auswertung nicht gleichzeitig auf einem Niveau ab, das den Unterschied macht. Ab wann eigene Stellen sich rechnen, steht im Playbook zum Agenturwechsel.
Weg 3: der Agentur-Stack
| Position | Je Monat | Je Jahr |
|---|---|---|
| Werkzeuge für SEO, Meta und E-Mail | rund 1.500 € | 18.000 € |
| SEO-Betreuung | rund 2.000 € | 24.000 € |
| Meta- und Google-Betreuung | rund 4.000 € | 48.000 € |
| Auf Rechnungen sichtbar | rund 7.500 € | 90.000 € |
| Interne Koordination | rund 1.950 € | 23.400 € |
| Tatsächliche Kosten | rund 113.400 € |
Die vorletzte Zeile ist die interessante. Fünf bis zehn Stunden pro Woche für Briefings, Reportabgleich und Moderation zwischen Dienstleistern, gerechnet mit 60 Euro Stundensatz und einem Mittelwert von 7,5 Stunden. Diese Kosten stehen auf keiner Rechnung und tauchen in keinem Vergleichsangebot auf. Die Aufschlüsselung der Marktpreise steht im Playbook zu den Kosten einer Shopify-Agentur.
Weg 4: ein Betriebssystem
| Position | Je Monat | Je Jahr |
|---|---|---|
| Alle Module | 4.900 € | 58.800 € |
| Interne Koordination | gering | |
| Summe | rund 58.800 € |
Wir sind hier Partei, deshalb die Einschränkungen offen: Der Wert 4.900 Euro ist unser Preis für alle Module, es gibt eine Aufbauphase von 90 Tagen, und für kleinere Shops gibt es eine Basisstufe. Ob der Weg passt, hängt nicht am Preis, sondern an der Frage weiter unten.
Die Zeile, die nicht in Euro steht
| Weg | Jahreskosten | Wer verantwortet das Ergebnis |
|---|---|---|
| Nur Werkzeug | rund 14.900 € | Du |
| Werkzeug plus Stelle | rund 90.000 € | eine Person, fünf Disziplinen |
| Agentur-Stack | rund 113.400 € | niemand |
| Betriebssystem | rund 58.800 € | ein Vertrag |
Die dritte Zeile ist der eigentliche Befund. Der teuerste Weg ist auch der einzige, in dem für die Gesamtzahl niemand geradesteht. Jeder Dienstleister optimiert korrekt seinen Ausschnitt: die Werbeagentur den ROAS, die SEO-Agentur die Rankings, der Entwickler die Ladezeit. Warum daraus kein gutes Gesamtergebnis folgt, steht im Playbook zu Deckungsbeitrag statt ROAS.
Wann welcher Weg gewinnt
- Nur Werkzeug gewinnt, wenn allein die Messung fehlt und jemand im Haus damit arbeitet. Unter zwei Millionen Euro Umsatz ist das der Normalfall und nicht der Kompromiss.
- Einzelne Agentur gewinnt, wenn genau eine Disziplin klemmt und der Rest läuft. Dann ist ein Wechsel dort billiger als jeder Umbau.
- Eigenes Team gewinnt, wenn je Disziplin eine Vollzeitstelle wirklich ausgelastet ist. Unter zehn Millionen Umsatz ist das selten der Fall.
- Betriebssystem gewinnt, wenn das Problem die Fragmentierung ist: mehrere Dienstleister, mehrere Wahrheiten, und die Frage nach dem Deckungsbeitrag bleibt unbeantwortet.
Nimm den letzten abgeschlossenen Monat und frag: Wer kann mir sagen, welcher Deckungsbeitrag nach allen Kosten übrig geblieben ist, und zwar heute und ohne Rückfrage? Gibt es diese Person, ist Deine Aufstellung in Ordnung, unabhängig davon, wie sie heißt. Gibt es sie nicht, ist die Frage nicht, welchen Anbieter Du tauschst, sondern wie viele Verantwortliche Du hast.
Wie wir das lösen
In SITE FX laufen Anzeigen, Shop, SEO, E-Mail und die Deckungsbeitragsrechnung auf einem Datenbestand, mit einem Vertrag und einer Verantwortung, monatlich kündbar. Der Preis steht offen auf der Seite. Ob sich das gegen Deine heutige Aufstellung rechnet, entscheidet die Tabelle oben, nicht ein Verkaufsgespräch.
Häufige Fragen
Was kostet ein Agentur-Stack im Jahr?
Eine typische Aufstellung für eine Brand zwischen zwei und zehn Millionen Euro Jahresumsatz liegt bei rund 7.500 Euro im Monat auf fünf Rechnungen: Werkzeuge, SEO-Betreuung sowie Meta- und Google-Betreuung. Das sind 90.000 Euro im Jahr. Dazu kommen fünf bis zehn Stunden interne Koordination pro Woche, bei 60 Euro Stundenrechnung also rund 23.400 Euro. Zusammen etwa 113.000 Euro, wovon nur 90.000 auf einer Rechnung stehen.
Ist ein Tool nicht deutlich günstiger?
Auf dem Papier ja, im Vergleich aber nicht, weil es etwas anderes leistet. Eine Lizenz von rund 200 Euro im Monat plus vier Stunden interne Auswertung je Woche ergibt rund 14.900 Euro im Jahr. Darin ist allerdings keine Umsetzung enthalten. Ergänzt man eine interne Person, die auch handelt, liegt der Weg bei rund 90.000 Euro im Jahr, und eine einzelne Person deckt fünf Disziplinen selten ab.
Wann ist welcher Weg der richtige?
Ein Tool gewinnt, wenn nur die Messung fehlt und jemand im Haus damit arbeitet. Eine Agentur gewinnt, wenn genau eine Disziplin klemmt und der Rest sauber läuft. Ein eigenes Team gewinnt, wenn je Disziplin eine Vollzeitstelle wirklich ausgelastet ist, was unter zehn Millionen Umsatz selten der Fall ist. Ein System gewinnt, wenn das Problem die Fragmentierung ist: viele Zahlen, wenig Wahrheit, niemand verantwortlich für das Ergebnis.
Warum sind die drei Wege nicht direkt vergleichbar?
Weil sie unterschiedlich viel enthalten. Ein Tool misst und handelt nicht. Ein Agentur-Stack handelt in fünf Disziplinen, aber niemand darin verantwortet das Gesamtergebnis. Ein System enthält Messung und Umsetzung unter einer Verantwortung. Ein ehrlicher Vergleich addiert deshalb zuerst die fehlenden Teile hinzu und stellt dann die Frage, wie viele Verantwortliche am Ende übrig bleiben.
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Quellen & Datenbasis
Marktpreise für Betreuung und Werkzeuge im DACH-Raum: Greenblut, DN Marketing und datenbasiert.de · Preisstufen der Analyse-Werkzeuge: Attribuly und TrueProfit · Zusammenarbeitsdauer und Wechselgründe im DACH-Raum: Agenturfinder. Die Stundensätze für interne Zeit, die Personalvollkosten und der Umfang der Koordination sind unsere Arbeitsannahmen aus Kundenprojekten, keine Erhebung. Der Preis für das Betriebssystem ist unser eigener und damit keine neutrale Angabe. Setze für alle Zeilen Deine echten Werte ein, bevor Du entscheidest.