Agentur wechseln oder Aufstellung wechseln: die Frage vor der Kündigung
Die durchschnittliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Agentur hält in Deutschland 3,4 Jahre. Die meisten Wechsel scheitern nicht an der neuen Agentur, sondern daran, dass die alte Aufstellung mitgenommen wird. Hier ist die Übergabe-Checkliste und die Frage, die davor kommt.
Warum gewechselt wird, und warum es selten hilft
Ein Agenturwechsel hat fast nie einen einzelnen Auslöser. Es sind viele kleine Unstimmigkeiten, die sich über Monate summieren: Reports, die niemand liest, Antworten, die drei Tage brauchen, Vorschläge, die nach dem letzten Quartal klingen. Häufig passt schlicht die Größe nicht mehr, die Brand ist aus der Agentur herausgewachsen oder die Agentur aus der Brand.
Der teure Teil kommt danach. Wer eine Ads-Agentur gegen eine andere Ads-Agentur tauscht, hat einen Dienstleister ersetzt und die Aufstellung behalten. Die SEO-Agentur, der Shop-Freelancer, das E-Mail-Tool und der Designer bleiben, wo sie waren, und die Koordination bleibt da, wo sie immer war: bei Dir. Nach sechs Monaten ist der Ärger derselbe, nur mit neuen Namen.
Liegt das Problem an dem Dienstleister oder an der Aufstellung? Wenn keiner Deiner fünf Dienstleister für Dein Gesamtergebnis verantwortlich ist, wechselst Du beim Tausch nur den Namen auf der Rechnung. Ein Wechsel lohnt sich, wenn er die Anzahl der Verantwortlichen senkt, nicht wenn er sie konstant hält.
Der ehrliche Zeitplan
Ein sauberer Wechsel braucht sechs bis acht Wochen: vier Wochen Vorbereitung, zwei Wochen technische Übergabe, zwei Wochen Stabilisierung. Hängt ein Warenwirtschaftssystem oder eine gewachsene Shop-Individualisierung daran, werden daraus realistisch zwei bis drei Monate.
| Phase | Dauer | Was passieren muss |
|---|---|---|
| Vorbereitung | 4 Wochen | Kündigungsfristen prüfen, Konten-Eigentum klären, Datenexport anfordern, Zugangsliste erstellen |
| Technische Übergabe | 2 Wochen | Werbekonten, Analytics, Tracking, Feeds, Domains und Kreativ-Dateien übertragen |
| Stabilisierung | 2 Wochen | Messung gegenprüfen, Kampagnen neu aufsetzen statt kopieren, Lernphasen einkalkulieren |
| Mit ERP oder Sonderlogik | +4 bis 6 Wochen | Schnittstellen, Bestandslogik und Preispflege sauber übergeben |
Plane die Stabilisierungsphase realistisch. Werbekonten verlieren beim Umzug ihre Lernphase, und ein neu aufgesetztes Konto braucht Daten, bevor es wieder liefert. Wer den Wechsel vier Wochen vor dem Weihnachtsgeschäft startet, bezahlt die Lernphase zum Höchstpreis. Warum das im November besonders weh tut, steht im Black-Friday-Playbook.
Die Übergabe-Checkliste
- Konten-Eigentum. Werbekonten, Analytics, Merchant Center, Tag-Verwaltung und Domains müssen auf Dein Unternehmen laufen, nicht auf die Agentur. Das ist der Punkt, an dem Wechsel wirklich teuer werden. Prüf es heute, nicht bei der Kündigung.
- Historie sichern. Exportiere Kampagnendaten, Zielgruppen, Conversion-Definitionen und Berichte, bevor der Zugang endet. Historische Daten sind der Startvorteil des Nachfolgers.
- Messung und Consent. Tracking, Serverereignisse und Einwilligungslogik hängen oft an der Agentur-Konfiguration. Was hier bricht, merkst Du erst zwei Wochen später an fehlenden Zahlen. Der Aufbau steht im Consent-Mode-Playbook.
- Kreativ-Dateien und Rechte. Offene Projektdateien, nicht nur exportierte Bilder. Dazu die Nutzungsrechte an Fotos, Videos und Musik, schriftlich.
- Feeds und Schnittstellen. Produktdatenfeed, Bestandslogik und Sonderregeln dokumentieren. Der Merchant-Center-Feed ist der häufigste stille Ausfall nach einem Wechsel.
- Kündigungsfristen. Neun bis zwölf Monate Mindestlaufzeit sind branchenüblich. Lies nach, ob Du drei Monate zum Quartalsende kündigen musst, bevor Du Gespräche führst.
Die Rechnung, die den Wechsel entscheidet
Vergleiche nicht Agenturpreis gegen Agenturpreis. Vergleiche die Gesamtaufstellung. Zu den Rechnungen gehören die Lizenzen, die Du selbst zahlst, und die Stunden, die intern für Koordination draufgehen.
| Posten | Typisch pro Monat |
|---|---|
| Werkzeuge für SEO, Meta und E-Mail | ca. 1.500 € |
| SEO-Betreuung | ca. 2.000 € |
| Meta- und Google-Betreuung | ca. 4.000 € |
| Summe, fünf Rechnungen | ca. 7.500 € |
| Nicht auf der Rechnung: Koordination im eigenen Haus | 5 bis 10 Std./Woche |
Die Spannen kommen von unserer eigenen Preisseite und decken sich mit dem, was wir bei Brands zwischen 2 und 10 Mio. sehen. Die Detailrechnung dazu steht in Was kostet eine Shopify-Agentur.
Drei Wege, und wann welcher passt
- Neue Agentur. Richtig, wenn genau eine Disziplin klemmt und der Rest sauber läuft. Halte die Übergabe eng und wechsle nicht im Hochsaison-Quartal.
- Team im eigenen Haus. Richtig ab einer Größe, in der eine Vollzeitstelle je Disziplin ausgelastet ist. Unter 10 Mio. Umsatz bekommst Du selten fünf Spezialisten bezahlt, und Einzelkämpfer im Haus haben dasselbe Silo-Problem wie Einzelkämpfer draußen.
- Ein Betrieb statt eines Stacks. Richtig, wenn das Problem die Fragmentierung ist: viele Zahlen, wenig Wahrheit, niemand verantwortlich für das Ergebnis. Dann ersetzt Du nicht einen Dienstleister, sondern die Aufstellung.
Wie wir das lösen
Ein Dashboard zeigt, was war. Ein Betriebssystem ist der Ort, an dem es passiert. Genau das ist SITE FX: Anzeigen, Shop, SEO, E-Mail, Content, Freigaben und Verträge liegen auf demselben Datenbestand und zahlen auf dieselbe Zahl ein, nämlich auf das, was am Ende hängen bleibt. Du hast kein Marketing-Problem, wenn fünf Dienstleister gleichzeitig ihre Zahlen liefern. Du hast ein System-Problem. Wie diese eine Zahl entsteht, steht in der Deckungsbeitragsrechnung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Agenturwechsel im E-Commerce?
Realistisch sechs bis acht Wochen: vier Wochen Vorbereitung, zwei Wochen technische Übergabe, zwei Wochen Stabilisierung. Hängen ein Warenwirtschaftssystem, gewachsene Shop-Individualisierungen oder komplexe Feeds daran, werden daraus zwei bis drei Monate. Plane die Stabilisierung mit ein: Werbekonten verlieren beim Umzug ihre Lernphase und brauchen wieder Daten, bevor sie liefern. Ein Wechsel vier Wochen vor dem Weihnachtsgeschäft bezahlt diese Lernphase zum Höchstpreis.
Worauf muss ich bei der Übergabe unbedingt achten?
Auf das Konten-Eigentum. Werbekonten, Analytics, Merchant Center, Tag-Verwaltung und Domains müssen auf Dein Unternehmen laufen, nicht auf die Agentur. Das ist der Punkt, an dem Wechsel wirklich teuer werden, und er lässt sich heute prüfen statt bei der Kündigung. Dazu kommen: Kampagnenhistorie und Zielgruppen exportieren, Tracking und Einwilligungslogik dokumentieren, offene Kreativ-Dateien samt Nutzungsrechten sichern, Produktdatenfeed und Sonderregeln beschreiben, Kündigungsfristen früh lesen.
Lohnt sich ein eigenes Marketing-Team statt einer Agentur?
Es kommt auf die Auslastung an. Ein eigenes Team lohnt sich, wenn je Disziplin eine Vollzeitstelle wirklich ausgelastet ist. Unter etwa 10 Mio. Umsatz lassen sich selten fünf Spezialisten für Anzeigen, SEO, Shop, E-Mail und Design gleichzeitig bezahlen. Der häufigere Fehler: ein Generalist im Haus, der dieselbe Fragmentierung verwaltet wie vorher fünf Dienstleister. Entscheidend ist nicht, ob die Leute intern oder extern sitzen, sondern ob jemand für das Gesamtergebnis verantwortlich ist.
Was kostet die aktuelle Aufstellung wirklich?
Rechne alle Rechnungen zusammen, nicht nur die Agenturhonorare. Typisch für eine Brand zwischen 2 und 10 Mio.: rund 1.500 Euro für Werkzeuge zu SEO, Meta und E-Mail, rund 2.000 Euro SEO-Betreuung und rund 4.000 Euro Meta- und Google-Betreuung, zusammen etwa 7.500 Euro im Monat auf fünf Rechnungen. Nicht auf der Rechnung stehen fünf bis zehn Stunden pro Woche interne Koordination und der Umstand, dass niemand in dieser Aufstellung für Dein Gesamtergebnis geradesteht.
Bevor Du kündigst: lass uns draufschauen.
Wir sehen uns Deinen Shop an und schicken Dir innerhalb von 48 Stunden ein persönliches Video mit drei Hebeln. Danach entscheidest Du, ob SITE FX zu Dir passt.
Quellen & Datenbasis
Durchschnittliche Zusammenarbeitsdauer Unternehmen und Agentur in Deutschland (3,4 Jahre, GWA 2023) sowie Wechselgründe: agenturfinder.com · Übergabe-Fenster und Datenverlust-Risiken: vogler.marketing · Dauer nach Projektkomplexität: burkhard-asmuth.de · Anzeichen für einen Wechsel: klickstream.de · Übergabe im E-Commerce-Kontext: hqgmbh.de. Die Kostentabelle entspricht den Marktpreisen, die wir auf unserer eigenen Preisseite ausweisen.